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Binäre Optionen & Steuern: Gewinne versteuern?

Eine Einführung in den Handel mit binären Optionen sowie die steuerlichen Grundlagen, die hierbei wichtig sind.

Sobald Geld fließt, wird das Finanzamt sofort hellhörig. Daher gilt es, die steuerliche Behandlung binärer Optionen zu klären. Jedoch gestaltet es sich als schwierig, diese Frage zu klären, da die relativen neuen Produkte noch keine Verankerung im Steuerrecht gefunden haben. Es wird daher dringend empfohlen, sich bezüglich der Versteuerung erhaltener Gewinne in kompetente Beratung durch einen Steuerberater zu begeben.

Da binäre Optionen als Finanzderivate von den klassischen Optionen abgeleitet sind, liegt es grundsätzlich nahe, diese ähnlichen Produkte steuerlich gleich zu behandeln.

Grundsatzfrage: Wettgewinn oder nicht?

Sehr lange war das Glücksspiel im Netz in Deutschland verboten, seit einigen Jahren ist es jedoch für Lotto, Casinospiele und z.B. Sportwetten erlaubt, diese online anzubieten. Da binäre Optionen eigentlich nichts anderes als eine Wette sind, stellt sich die Frage, ob diese auch als Glücksspiel zu klassifizieren sind. Der Gesetzgeber sieht bisher davon ab und stellt digitale Optionen nicht auf die Ebene von Glücksspielen.

Genauer betrachtet könnten eigentlich viele Finanzderivate als Glücksspiel angesehen werden, da ein Gewinn von den Parametern Zufall und Glück abhängig ist. Da die meisten anderen Finanzprodukte jedoch ebenfalls kein Glücksspiel sind, spricht vieles dafür, binäre Optionen ebenfalls nicht als solche zu kategorisieren.

Gesetz dem Falle, dass digitale Optionen durch eine neue Rechtsprechung als Glücksspiel aufgefasst werden, so wären die Gewinne selber steuerfrei, die damit erzielten Erträge wären jedoch wiederum im Rahmen der Einkommenssteuer zu versteuern.

Grundsatzfrage: Termingeschäft ja oder nein?

Als Sonderform von Optionen stellen Binäroptionen derzeit ein Termingeschäft dar. Termingeschäfte werden mit einer Abgeltungssteuer in Höhe von 26,4 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer besteuert. Wird der Handel über eine Bank getätigt, behält diese die Abgeltungssteuer sofort ein, sodass der Anleger sich nicht um die Besteuerung kümmern muss. Wird jedoch, wie in den meisten Fällen, über einen Onlinebroker gehandelt, muss sich der Anleger eigenständig um die korrekte Versteuerung kümmern.

Grundsatzfrage: Spekulationsgeschäft ja oder nein?

Insofern die Gewinne, welche beim Handel mit binären Optionen abfallen, als Spekulationsgeschäfte aufgefasst werden, müssten diese nach den im Einkommensteuergesetz enthaltenen Normen versteuert werden. Wenn über eine Bank gehandelt wird, führt diese die Abgeltungssteuer direkt ab und somit fallen die Gewinne nicht mehr unter das EStG, da sonst eine doppelte Besteuerung stattfinden würde.

Die meisten Onlinebroker haben ihren Sitz jedoch im Ausland, sodass diese nicht unter das deutsche Steuerrecht fallen. Daher müssen die Steuern, in Form von Abgeltungssteuer oder Einkommensteuer, mit der jährlichen Steuererklärung bemessen werden. Hierbei findet jedoch keinesfalls eine Doppelbesteuerung statt, viel mehr besteht die Möglichkeit, dass der niedrigere Steuersatz alleinig angewendet wird. Wer also mit der Einkommensteuer und der Abgeltungssteuer liegt, versteuert die Gewinne im Rahmen dieser.

Ferner besteht derzeit noch die Möglichkeit durch einen Verlustvortrag die Verluste aus Investments gegen Zinsen und Erträge aufzurechnen, dadurch kann das zu versteuernde Einkommen reduziert werden und der Steuersatz durch die kalte Progression erniedrigt werde. Mittelfristig ist jedoch mit einer Änderung der jetzigen Situation zu rechnen, da alle politischen Lager eine Änderung der Besteuerung von Kapitaleinkünften zugunsten des Staates angekündigt haben.

Broker im In- oder Ausland?

Durch die viele Anzahl an zur Verfügung stehenden Brokern bietet sich leicht die Möglichkeit, Optionsgeschäfte über ausländische Broker abzuwickeln. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die direkte Abführung der Abgeltungssteuer vermieden werden soll, wodurch eine höhere Liquidität bis zu Fälligkeit der nächsten Steuererklärung erzielt wird. Allerdings muss diese Möglichkeit mit Vorsicht genutzt werden, da natürlich Rücklagen für die anstehende Steuerzahlung gebildet werden müssen.

Insgesamt ist die steuerrechtliche Beurteilung von binären Optionen nicht vollständig geklärt, sodass die Einkünfte grundsätzlich angegeben werden sollten. Eine Beratung durch einen Experten ist insbesondere bei hohen Summen unerlässlich.

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