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Bull Call Spread Strategie

Nachfolgend erhalten Sie eine umfangreiche und leicht nachvollziehbare Anleitung zur Bull Call Spread Strategie bei Binären Optionen.

Die Bull Call Spread Strategie ist das Gegenstück der Bear Call Spread Strategie. Wenn Anleger ein Underlying besitzen, dessen Preis leicht steigt und das Risiko begrenzen wollen, setzen sie die Bull Call Spread Strategie ein. Dabei wird diese Strategie häufig von fortgeschrittenen und professionellen Anlegern genutzt, da hier einiges beachtet werden muss.

Funktionsweise der Strategie

Bei der Bull Call Spread Strategie kaufen Anleger zunächst einen Call mit einem niedrigen Basispreis. Gleichzeitig wird ein Call mit einem höheren Basispreis verkauft. Beide besitzen aber die gleiche Laufzeit. Wenn der Anleger einen weiteren Anstieg des Kurses ohne große Kurssprünge erwartet, setzt er die Bull Call Spread Strategie ein.

Beispiel zur Bull Call Spread Strategie:

Ein Anleger kauft einen Call für 100 EUR sowie eine Optionsprämie von 10 EUR. Gleichzeitig verkauft er einen Call für 120 EUR mit einer Optionsprämie von 5 EUR. Verglichen mit einem Long-Call kann der Anleger mit den 100 EUR einen leicht höheren Gewinn erzielen. Hingegen sind die Gewinnchancen bei den 120 EUR niedriger. Das Verlustrisiko wird durch den Bull Call Spread reduziert, gleichzeitig aber auch die Chance auf den Gewinn.

Um die Strategie erfolgreich umzusetzen, ist es notwendig, dass die Optionen so miteinander verknüpft werden, dass vom Anstieg des Kurses profitiert werden kann. Zunächst entsteht ein Verlust, weil eine höhere Prämie für Optionsscheine mit einem niedrigen Ausübungspreis fällig wird. Dieser Verlust kann aber in einen Gewinn umgewandelt werden, wenn sich der Kurs wie gewünscht entwickelt und die Option ausgeführt wird. Wenn der Kurs des Underlyings den Preis von beiden Optionen übersteigt, lässt sich ein Gewinn realisieren. Dabei gibt der Break-Even-Point an, wann die Gewinnzone erreicht wird. Dieser muss aber für jede Option einzeln ermittelt werden.

Grafik: Bull Call Spread (Strategie):

Bull Call Spread Strategie

Ausgestaltungsmöglichkeiten der Strategie

Der Bull Call Spread kann aggressiv oder aber verhalten, optimistisch gestaltet werden. Hier kommt es darauf an, welches Verhalten der Anleger bevorzugt.

  • Aggressives Vorgehen: Der Ausübungspreis der Option wird so gewählt, dass beide Optionen zum Zeitpunkt der Spread-Bildung out of the Money (aus dem Geld) liegen. Das heißt, der Ausübungspreis der beiden Optionen liegt über dem aktuellen Kurs des Underlyings, und weil die Out-of-the-Money-Optionen in der Regel günstiger sind, braucht der Anleger für den Bull Call Spread nur wenig Kapital investieren. Zu beachten ist aber, dass der Break-Even-Point relativ hoch liegt, weshalb es schwierig, ist die Gewinnschwelle zu erreichen.
  • Verhaltenes Vorgehen: Hier werden Optionen ausgewählt, die sich in the Money (im Geld) befinden, wodurch die Gewinnschwelle schneller erreicht wird. Jedoch wird hier lediglich ein niedriger Maximalgewinn erzielen. Zusätzlich fallen hohe Prämienausgaben an. Von Vorteil ist aber, dass das Risiko begrenzt wird.

Die Bull Call Spread Strategie kann individuell angepasst werden, wofür Anleger folgende Möglichkeiten haben:

  • Der Anleger geht davon aus, dass sich der Kurs des Underlyings in die gewünschte Richtung bewegt.
  • Der Anleger geht davon aus, dass sich der Kurs des Underlyings nur minimal bewegen wird.
  • Der Anleger geht davon aus, dass der Kurs des Underlyings leicht gegen ihn verläuft.

Bei der ersten Möglichkeit geht der Anleger sehr aggressiv vor, während er bei den anderen beiden Möglichkeiten vorsichtig vorgeht und einen Sicherheitspuffer einbaut.

Vor- und Nachteile der Strategie

Anleger können den Bull Call Spread mit einem kalkulierten Risiko auswählen. Jedoch ist es notwendig, den Break-Even-Point zu ermitteln, weil es durch das Setzen des Spreads zu einem Verlust kommt. Generell ist das Verlustrisiko aber begrenzt. Zudem haben Anleger weitere Möglichkeiten, um auf mögliche Verluste zu reagieren.

Ein großer Nachteil der Bull Call Spread Strategie ist, dass bei der Kombination von zwei Optionen aus dem Verlust die Gewinnschwelle erreicht, wenn sich der Kurs des Underlyings wie erwartet bewegt. Problematisch ist, dass klassische Optionsscheine schwer zu berechnen sind, weshalb im Vorhinein die erforderlichen Rahmenbedingungen genau analysiert werden müssen. Wenn es zu unerwünschten Kursbewegungen kommt, ist es kaum möglich, ohne zusätzliches Kapital erfolgreich zu reagieren. Durch den Bull Call Spread wird das Verlustrisiko zwar begrenzt, jedoch ist es nicht möglich, den bestmöglichen Gewinn herauszuholen – vor allem dann nicht, wenn sich der Kurs des Underlyings besser entwickelt als vorhergesagt.

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