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Consumer Price Index (CPI)

Der Consumer Price Index Indikator kompakt erklärt. Geeignet für Einsteiger und Fortgeschrittene zum Einlesen.

Der Consumer Price Index, kurz CPI, stellt eine wichtige Kenngröße hinsichtlich der Beschreibung von Preisveränderungen am Markt dar. Es wird ein normierter Warenkorb in seiner Preisentwicklung betrachtet, welcher mit üblichen Konsumgütern und Dienstleistungen urbaner Haushalte gefüllt ist, sodass er das Kaufverhalten von circa 87% der amerikanischen Bevölkerung widerspiegelt. Sinn des Ganzen ist es, die Preisveränderungen für den Konsumenten zu erfassen. Im Warenkorb sind repräsentative Güter, deren Preise in gewissen Zeitabständen erfasst werden können und mit einem gewissen Gewicht im Gesamtpreis des Warenkorbs berücksichtigt werden.

Hauptsächlich kann mit dem CPI die Inflation quantifiziert werden. Aus dem Wert des Indikators können weiterhin der aktuelle Wert von Gehältern sowie preisregulierende Maßnahmen wie die Festlegung von Leitzinssätzen oder die Adaption von Sozialleistungen abgeleitet werden. Somit gehört der CPI zu den wohl wichtigsten statistischen Kennzahlen des Wirtschaft und unterliegt einer ständigen Beobachtung durch die Finanzmärkte, aber auch die Politik. Änderungen des CPI-Wertes verursachen starke Änderungen des Kursverhaltens an der Börse, daher ist dieser Indikator im Repertoire vieler Anleger.

Erhebung des CPI

Das Bureau of Labor Statistics (deutsch: Statistische Abteilung des amerikanischen Arbeitsministeriums) trägt jeden Monat die benötigen Daten bei etwa 23.000 Geschäften zusammen, weiterhin werden ungefähr 50.000 repräsentative Haushalte aus 87 städtischen Regionen in die Befragungen einbezogen, mittels derer das Konsumverhalten der Bürger ermittelt wird. Nach der Sichtung der Rohdaten werden diese gegebenenfalls mit statistischen Methoden angepasst, der Warenkorb besteht dabei aus acht Hauptgebieten:

  • Lebensmittel
  • Wohnkosten
  • Bekleidungen
  • Transport
  • Gesundheitsausgaben
  • Freizeit
  • Bildung und Kommunikation
  • Sonstiges (Friseur, Konsumgüter wie Zigaretten und Alkohol, außerplanmäßige Ausgaben)

Damit der Warenkorb repräsentativ bleibt, wird seine genaue Zusammensetzung periodisch überprüft und gegebenenfalls abgeändert.

Dier aus den Befragungen erhaltenen Daten werden dann nach dem Verfahren von Laspeyres ausgewertet, indem sie auf ein Basisjahr bezogen werden. Dies sind im Amerikanischen Raum die Jahre 1982-84; deren Werte werden auf den willkürlichen Wert von 100 gesetzt. Jeder folgende Wert aus den Abfrageperioden wird dahingehend betrachtet, wie sich die Preisveränderung in Relation zum Basiswert ausdrücken lässt. Erhalten wird ein prozentualer Wert, welcher bei gleichbleibenden Löhnen die Inflationsrate repräsentiert.

Bewertung des CPI

Da die Jahre 1982-84 als Bezugswerte für den CPI verwendet werden, steht dieser in der Kritik, da er als antiquiert betrachtet wird. Neue Wirtschaftssektoren in Verbindung mit dem Internet verzerren die Ergebnisse so, dass nur die Definition neuer Basisjahre den CPI vor seinem Dasein als Antiquität retten könnte. Dies wurde auch so erkannt, daher gibt es einen zweiten CPI mit dem Basisjahr 1999 berechnet, welcher jedoch nicht regelmäßig jeden Monat veröffentlicht wird. Allerdings wird dieser regelmäßig angepasst und ist somit besser auf den aktuellen Markt zugeschnitten als der ursprüngliche CPI.

Da der alte CPI nur einmal im Jahrzehnt revidiert wird, entspricht er laut der Auffassung vieler Experten nicht mehr dem aktuellen Konsumverhalten der Endverbraucher. Dennoch werden gerade dadurch Langzeittrends und Inflationsraten deutlich sichtbar, da der alte CPI sehr flächendeckend und breit gefächert ausgerichtet ist. Die Zeitverzögerung bei der Veröffentlichung ist ebenso minimal und beträgt maximal 3 Monate. Gerade aufgrund der Wirtschaftskrise mit der Jahrtausendwende sowie der rasanten Entwicklung in der digitalen Welt tauchen oftmals Forderungen nach der Wahl eines jüngeren Basisjahres wie zum Beispiel dem Intervall 2004-06 auf.

Der deutsche Verbraucherpreisindex

Neben dem amerikanischen CPI gibt es auch einen vergleichbaren deutschen Index, welcher für Anleger auf dem hiesigen Markt vielleicht sogar interessanter sein mag. Bei dessen Erstellung werden durch 600 Preisermittler in 188 Gemeinden und Städten die Preise vor Ort ermittelt. Zusätzlich erfolgt eine Ermittlung ortsübergreifend durch Kataloge oder Online-Shops. Um die Produkte entsprechend ihrer Bedeutung gewichten zu können, werden alle fünf Jahre unter 60.000 deutschen Haushalten Befragungen durchgeführt, welche vorher ihre Ausgaben dokumentierten.

Im deutschen Normwarenkorb sind 12 Kategorien vorhanden:

  • Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke
  • Spirituosen, alkoholische Getränke sowie Tabakwaren
  • Bekleidung und Schuhe
  • Wohnungswarmmiete
  • Einrichtungsgegenstände für den Haushalt
  • Gesundheitspflege
  • Verkehrsmittel
  • Kommunikation
  • Freizeit, Unterhaltung und Kultur
  • Bildungswesen
  • Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen
  • Sonstige Waren und Dienstleistungen

Um die Teuerungsrate berechnen zu können werden die Daten nach einem entsprechenden Schema gewichtet, um Representativität zu erhalten. Mittels der Methode von Laspeyres wird ein analoger CPI-Index für das Basisjahr 2005 berechnet.

Aufgrund des jüngeren Basisjahres ist der deutsche Index aktueller als sein amerikanisches Pardon. Beide Indices berücksichtigen jedoch nicht etwaige Ersetzungen teurerer Güter durch günstigere, da ein fester Warenkorb beurteilt wird. Die Wichtigkeit des CPI für Anleger im Bereich der digitalen Optionen liegt darin, dass er das Investmentverhalten am Markt beeinflusst. Auch Währungen reagieren sehr schnell und sensibel auf Veränderungen des CPI, sodass dieser bei der Marktbeobachtung sehr wichtig ist.

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