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Protective Put-/Call-Strategie

Eine ausführliche und leicht nachvollziehbare Information zur Protective Put Strategie bei Binären Optionen.

Beim Handel mit Optionen muss zumeist entschieden werden, ob einem aufwärtsgerichteten oder fallenden Trend gefolgt werden soll. Aufgrund der teils undurchschaubaren Reaktion der Kurse kann auch ein bisher äußerst stabiler Trend plötzlich zusammenbrechen oder die Richtung wechseln. Optimal ist es für einen Trader, sich gegen solche Vorkommnisse abzusichern, eine Möglichkeit hierzu ist die sogenannte Protective-Call/Put-Strategie.

Entstehung und Sinn von Optionen

Der klassische Optionshandel besteht bereits sehr lange und diente schon anfangs dazu, die Risiken beim Güterhandel abzudecken. Folgendes Beispiel geht auf diese Funktionsweise genauer ein.

Bei der Herstellung von Agrarprodukten kommt der Erfolg sehr stark auf externe Faktoren wie die Witterung oder einen Schädlingsbefall an. Nichtsdestotrotz werden bereits frühzeitig Verträge zwischen Erzeuger und Verkäufer abgeschlossen, damit dieser entsprechend der Nachfrage am Markt disponieren kann. Zum Beispiel schließt ein Maisbauer im Frühjahr mit einem Händler einen Vertrag über den Kauf der Ernte zu einem Festpreis im Herbst ab. Bis zum Herbst kann jedoch die allgemeine Ernte schlecht ausgefallen sein und daher der Grundpreis für Mais in die Höhe gestiegen sein. Daher können sich beide Vertragspartner durch den Kauf einer Option absichern. Der Bauer erwirbt eine Option auf sinkende Preise und der Händler eine auf steigende Preise. Somit kann ein Teil des jeweiligen Verlusts durch die Absicherung kompensiert werden. Dies geht auch deshalb so gut, weil eine Option günstiger als der Basiswert selber ist.

Auch heutzutage ist eine derartige Absicherung durch Optionshandel noch üblich, da Unternehmen trotz schwankender Rohstoffpreise, Währungskurse oder Endpreise die Gehälter konstant absichern müssen. Man kann diese Protective Put/Call-Strategie mit einer Versicherung vergleichen: Die Prämie (Kaufpreis der Option) wird in jedem Fall fällig, wenn das abzusichernde Ereignis eintritt, erhält der Unternehmer die Versicherungssumme (Rendite der Option).

Im Übrigen arbeiten alle Hedgefonds (engl. to hedge = absichern) nach diesem Prinzip, sowohl beim Handel mit Basiswerten, als auch beim Handel mit Optionen selbst. Beim Optionshandel werden zusätzlich jedoch noch komplexere Stoploss-Management-Strategien verwendet, welche der Trader im binären Bereich nicht benötigt.

Grafik: Protective Put (Strategie):

Protective Put Strategie

Protective Call/Put-Strategie bei binären Optionen

Auch wenn der Ursprung dieser Absicherungsmethode im Handel mit den Basiswerten selbst liegt, lässt sie sich problemlos auf den Optionshandel übertragen. Setzt ein Anleger also auf einen fallenden Kurs, entscheidet sich also für eine Put-Option, so kann er das unerwünschte Gegenereignis mittels einer Call-Option absichern. Wenn seine Einschätzung hinsichtlich des fallenden Kurses also richtig war, so wird sein Gewinn durch den Preis der Protective-Call-Option gemindert, wenn sie jedoch unzutreffend war, wird sein Kapital entsprechend abgesichert, bzw. sogar noch ein kleiner Gewinn eingefahren.

Nun stellt sich natürlich die Frage, welches Verhältnis von Call zu Put bei Handel am meisten Gewinn abwirft. Dies bleibt natürlich dem Anleger selbst überlassen, wobei bei einem Seitwärtstrend eher das Verhältnis 1:1 gewählt werden sollte und bei einem Aufwärtstrend vielleicht eher 5:1.

Natürlich klingt diese Strategie verlockend, bedeutet aber nicht, dass ein verlustfreier Optionshandel durchgeführt werden kann. Der Erwartungswert beim Optionshandel ist für viele Trades statistisch betrachtet kleiner Eins, der Broker verdient also Geld. Dies wurde empirisch durch langjährige Versuche auch bestätigt. Selbst erfahrene Experten wie Hedgefondmanager verschätzen sich oft bei der Wahl der Verhältnisse, sodass auch hier große Verluste entstehen können. Es ist sicherlich einen Versuch wert, diese Strategien in das Risikomanagement mit aufzunehmen, Verluste komplett verhindern kann man so allerdings auch nicht.

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