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Psychologisch Faktoren im Optionshandel

Eine Einführung in die technische Analyse zum Handel von binären Optionen für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Die Handlungsweise eines Menschen folgt einer bestimmten Weise, welche durch seine individuelle psychologische Konstituierung erfordert wird. Selbige wird aus mehreren Aspekten zusammengesetzt, zum einen sind dies rein psychologische wie Werte, Überzeugungen, Erfahrungen und auch Prägungen, zum anderen neurobiologische Prozesse, über die man keine bewusste Kontrolle besitzt.

Es ist daher sehr wichtig für einen Trader, seine inneren Regungen zu verstehen, damit er nicht beim Trading von unerwarteten und unterbewussten Begierden überrascht wird. Desto höher dieses Verständnis ist, desto eher kann der Anleger einen kühlen Kopf bewahren und den unterbewussten Einflüssen entgegenwirken.

Der Neandertaler im Menschen am Finanzmarkt

Während der Evolution wurden beim Menschen vorhandene Verhaltensmuster ergänzt und bewährte weiter behalten. Im Zuge dessen besteht unser Gehirn aus mehreren Partien, welche unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Ein relativer „alter“ Teil steuert hierbei Instinkte und Emotionen, wobei das rationale Denken hierbei umgangen wird.

Hierzu gehören auch Reflexe, welche früher die Lebensversicherung des Menschen waren. Erschreckte sich sehr Jäger früher vor einem großen Tier, so ergriff er reflexartig die Flucht; drohte ein Zusammenstoß, so drehte er sich schnell weg. Diese Reflexe, zu denen auch das Blinzeln gehört, wenn etwas ins Auge gerät, sind heute noch vorhanden.

Angstgefühle, welche für den Neandertaler überlebenswichtige Angriffs- oder Fluchtmanöver reflexartig auslösten, werden vom gleichen Hirnteil beeinflusst. Auch wenn der moderne Mensch derartige Reflexe gerne bewusst zu bekämpfen versucht, gelingt dies nicht immer. Einmal aktiviert, kann er sie kaum noch stoppen.

Die Psychologie am Markt

Steuert der Anleger nicht ganz bewusst gegen diese Reflexe und animalische Triebe, so kann das Agieren am Finanzmarkt extrem beeinflusst werden. Hierbei sind insbesondere die folgenden drei Faktoren die am deutlichsten wahrnehmbaren, welche bereits oft zu Verlusten und gar zum Kollabieren ganzer Märkte führten.

Faktor 1: Die Angst

Investitionen werden getätigt, um Gewinne zu erzielen. Schnell stellt sich ein Angstgefühl ein, wenn die gekaufte binäre Optionen eine Bewegung in die gerade falsche Richtung tätigt. Bewegt sich der Basiswert weiter in den unerwünschten Bereich, so werden Szenarien durchgespielt, welche den eigenen finanziellen Ruin beschreiben. Davor fürchtet sich natürlich jeder Anleger, sodass weiter Optionen gekauft werden, um den drohenden Verlust auszugleichen. Die rationale Variante wäre es hingegen, vorhandene Verlustbegrenzungen wie einen Stoploss auszunutzen.

Derartigen Szenarien, wie sie am Finanzmarkt oft eintreten, kann und sollte man im Voraus begegnen. Wichtig ist hierbei, zunächst Finanzmanagement zu betreiben und nur so viel Geld einzusetzen, wie man im schlimmsten Fall auch verlieren kann. So wird die panische Angst vor dem Totalverlust reduziert, da er verkraftbar wird.

Zudem sollten Trades wohlüberlegt und gut geplant durchgeführt werden. Sie sollten auf Marktbeobachtung basieren und nicht auf spontanen Gefühlen. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass auch einmal etwas schief gehen kann. Ist dies der Fall, legt der kluge Anleger zunächst eine Pause zur weiteren Marktanalyse ein.

Faktor 2: Die Gier

Gier ist ein menschlicher Trieb, der den Neandertaler vor dem Verhungern bewahrte. Herrschte ein Überfluss, so wurde die größtmögliche Menge in die Vorräte gebracht, um in schlechteren Zeiten nicht hungern zu müssen. Hinter der Gier steht also gleichzeitig die Angst vor weniger guten Zeiten. Der Anleger braucht zwar kein Verhungern zu befürchten, dennoch aber eine Bewegung des Kurses in die für ihn falsche Richtung. Daher nutzt er gerne und emotional gesteuert eine Glückssträhne aus und möchte von der Gunst der Zeit profitieren. Jedoch setzten manche Anleger auch weiterhin auf den Kurs und hoffen auf eine gute Kursentwicklung, obwohl die Glückssträhne bereits abgerissen ist. Dies führt natürlich zu schnellen Verlusten. Daher muss auch nach einer gewonnenen Option eine Pause eingelegt werden, damit in den darauffolgenden Tagen der nächste, erfolgreiche, Trade geplant werden kann.

Faktor 3: Der Lemmingeffekt

Lemminge zeigen ein besonderes Maß an Zusammenhalt innerhalb ihrer Herde. Sie eilen ihren Artgenossen stets hinterher, auch wenn sie dadurch in den sicheren Tod geführt werden. Der Herdentrieb überwiegt also den Selbsterhaltungstrieb. Menschen sind ebenfalls in der Lage derartiges Verhalten, obgleich in abgeschwächter Form, zu zeigen. Beispiele hierfür sind Massenhysterien beim Auftritt eines Popstars, Gewalteskalationen bei Kundgebungen sowie Massenpaniken bei Unfällen wie es bei der Loveparade geschah.

Auch die Wirtschaft ist vor derartigen Effekten nicht sicher, so entstehen riesige Blasen durch kollektive Gier, welche beim Zusammenfall alles mitreißen. Anleger stürmen Banken, um ihre Einlagen abzuholen, wodurch ebenfalls der Markt kollabieren kann. Der letzte dahingehende Präzedenzfall war sicherlich die Dotcom-Blase, welche für lange Zeit als Garant für den sicheren Reichtum galt.

Es ist daher nicht immer am besten, das zu tun, was die Mehrheit der Leute tut.

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