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Die Stillhalter Strategie

Geld verdienen lässt sich nicht nur mit steigenden Aktienkursen. Auch bei einem Kursrückgang oder einer Seitwärtsbewegung ist es möglich, als cleverer Anleger zu profitieren.

Geld verdienen lässt sich nicht nur mit steigenden Aktienkursen. Auch bei einem Kursrückgang oder einer Seitwärtsbewegung ist es möglich, als cleverer Anleger zu profitieren. Dazu müssen nur die richtigen Strategien bekannt sein. Eine davon ist die sogenannte Stillhalter Strategie. Um diese wird es im Folgenden gehen. Für ein besseres Verständnis soll der Begriff „Stillhalter“ zunächst einmal noch kurz erläutert werden.

Was ist ein Stillhalter?

Als ein Stillhalter wird in der Branche eine Person bezeichnet, welche eine Option verkauft und dafür im Gegenzug eine Prämie erhält. Der Begriff kommt daher, dass die entsprechende Person im wahrsten Sinne des Wortes „still hält“, bis der Käufer die Option ausübt. Eine andere Bezeichnung für Stillhalter ist Optionsschreiber. Nicht selten sind es Banken und Versicherungen, die diese Funktion übernehmen und auf diese Art und Weise bei diesen Optionsgeschäften mitmischen. Ist das Ende der Laufzeit erreicht, so muss der Stillhalter den inneren Wert der Option zahlen. Findet eine Ausübung der Option statt, so muss der Stillhalter die jeweilige Aktie, um die es geht, entweder zum Basispreis abnehmen oder abgeben. In diesem Zusammenhang fallen häufiger die Fachbegriffe „Put“ und „Call“. Das Risiko für den Stillhalter ist nicht gerade gering, jedoch ergeben sich eben auch attraktive Chancen für den Trader. So kann dieser im Idealfall Aktien mit Rabatt kaufen.

Stillhalter Strategie – nur mit Optionen

Grundsätzlich ist es so, dass Geschäfte im Rahmen der Stillhalter Strategie nur mit Optionen durchgeführt werden können, die bankenunabhängig sind. Davon ausdrücklich ausgenommen sind CFDs, Optionsscheine, Zertifikate und die sonstigen Emittentenprodukte. Das Besondere an den Optionen ist, dass der Trader sie auch dann verkaufen kann, wenn er sie gar nicht in seinem Depot hält. Genau in diesem Falle wird er nämlich zum Stillhalter.

So laufen Stillhalter-Geschäfte

Um die Stillhalter Strategie zu verdeutlichen, an dieser Stelle ein kleines Rechenbeispiel. Der Trader – beziehungsweise in diesem Fall der Stillhalter – hat 5.000 Euro auf sein Depot eingezahlt. Jedoch wurden noch keine Aktien oder Optionen gekauft. Der Kontosaldo beträgt zum Start also 5.000 Euro. Nun tritt der Stillhalter in Aktion und verkauft Optionen, welche er gar nicht im Depot hat. Für diesen Kontrakt erhält der Stillhalter beispielsweise 400 Euro vom Käufer. Somit gehen 400 Euro auf dem Depot ein. Der Kontosaldo erhöht sich auf insgesamt 10.400 Euro. Beim Bestand hingegen steht jetzt „Minus 1 Kontrakt Optionen“. Es wurde also eine Option verkauft und dafür Geld kassiert, die vorher gar nicht selber erworben wurde.

Gewinne machen als Stillhalter

Nun ist es selbstverständlich so, dass der negative Bestand auch wieder ausgeglichen werden muss - durch den Kauf eines Kontraktes. Dabei kommt es darauf an, dass der Trader für diesen Kauf weniger Geld auf den Tisch legt, als er vorher für den Verkauf eingestrichen hat. Werden beispielsweise 200 Euro fällig, dann stehen unter dem Strich genau 200 Euro Gewinn. Denn der zwischenzeitliche Kontosaldo von 10.400 Euro wurde durch den Kauf um 200 Euro gesenkt. Es befinden sich aber immer noch 10.200 Euro auf dem Depot, was 200 Euro mehr als am Anfang sind. Der Bestand ist wieder ausgeglichen und der Trader hat somit alles richtig gemacht. Letztendlich ist es also so, dass der Stillhalter bei gekauften Optionen durch eine Wertsteigerung Gewinne erzielen kann. Bei einer verkauften Option wiederum geht es darum, dass hier eine Wertminderung stattfindet.

Risiken bei der Stillhalter Strategie

Trotz der attraktiven Gewinnchancen ist die Stillhalter Strategie nicht ganz ohne Risiken. Diese können vor allem beim Verkauf von sogenannten Put Optionen entstehen. Denn wer als Stillhalter dieser Optionen in Erscheinung tritt, der ist dazu verpflichtet, die Aktien zum Basispreis der Put Optionen zu erwerben. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Kurs möglicherweise inzwischen rapide gefallen ist. So kann der Trader pro Aktie schnell mehrere Euro Verluste erleiden.

Aktien mit Rabatt kaufen

Wie bereits erwähnt wurde, kann der Trader als Stillhalter auch Aktien mit Rabatt kaufen. Wie genau das funktioniert? Beim Verkauf von Puts kann es passieren, dass dem Stillhalter Aktien in sein Depot eingebucht werden. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht, wie dabei Aktien mit Rabatt gekauft werden können.

Der Stillhalter will beispielsweise 100 Aktien von Firma X erwerben, die normalerweise 4.500 Euro kosten. Jetzt geht er hin und verkauft einen Kontrakt Puts mit der Laufzeit Dezember 2015 sowie dem Basispreis 42,50 Euro. Für diesen Verkauf erhält er als Stillhalter 250 Euro. In der Folge gilt es, bis zum Dezember 2015 abzuwarten. Sollte die Aktie bis dahin fallen, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Aktien zum Basispreis von 42,50 Euro gekauft werden müssen. Der Stillhalter muss also 4.250 Euro bezahlen. Nun kommt aber noch die Tatsache hinzu, dass vorher ja bereits 250 Euro für den Verkauf eingenommen wurden. Somit mussten insgesamt nur 4.000 Euro statt 4.500 Euro für den Kauf investiert werden.

Bleibt die Aktie hingegen beim Kurs stabil, so ist davon auszugehen, dass keine Ausübung der Puts stattfindet. Somit streicht der Stillhalter die 250 Euro als Gewinn ein, der bei einem Direktkauf nicht entstanden wäre. Sollte der Aktienkurs hingegen gestiegen sein, ist dem Trader zumindest der aus den verkauften Puts entstandene Gewinn nicht mehr zu nehmen. Es gilt nun, diese verkauften Puts entweder glatt zu stellen oder einfach wertlos verfallen zu lassen. Unter dem Strich müssen somit mehr als die 4.500 Euro aufgewendet werden, um die Aktien zu kaufen. Durch den Gewinn in Höhe von 250 Euro relativiert sich das Ganze jedoch wieder.

Loslegen mit der Stillhalter Strategie

Wer direkt loslegen möchte mit der Stillhalter Strategie, der sollte auf jeden Fall darauf achten, dass sich diese wirklich nur bei Aktien anwenden lässt, auf welche es Optionen gibt. Während dies in den USA bei fast allen Aktien möglich ist, gibt es auf dem europäischen Markt mehr Beschränkungen. Als Faustregel kann sich der Anleger jedoch merken, dass die im DAX sowie im EuroStoxx50 zu findenden Aktien stets verwendet werden können.

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