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Straddle Strategie

Nachfolgend erhalten Sie eine umfangreiche und leicht nachvollziehbare Anleitung zur Straddle Strategie bei Binären Optionen.

Die Straddle („Grätsche“) Strategie ist eine sehr komplexe Handelsstrategie für klassische Optionsscheine, die in beide Richtungen, also Call und Put auf ein Underlying, angewandt wird. Dabei können die Hebel unterschiedlich verlaufen, weshalb Anleger hierauf eine Straddle Strategie setzen. Es wird darauf spekuliert, dass ein Optionsschein bei einem günstigen Kursverlauf wesentlich mehr gewinnt, als der andere Optionsschein verliert. Hier werden Call und Put zur selben Zeit gekauft.

Das Grundprinzip dieser Strategie ist weder auf CFDs, Binäre Optionen oder Knock-Outs anzuwenden, da es auf den griechischen Kennzahlen der Optionsscheine basiert. Weisen Call und Put den gleichen Verlauf auf, so ist es nicht sinnvoll, diese Strategie anzuwenden. Trotzdem gibt es immer wieder Anleger, die auf CFDs oder sogar Binäre Optionen „straddeln“ wollen. Nur in seltenen Fällen gelingt die Umsetzung, da die Straddle-Strategie aus den 70er Jahren stammt und davon ausgeht, dass sich Optionsscheine sehr unterschiedlich mit den Underlyings bewegen können.

Grafik: Covered Straddle Strategie:

Covered Straddle Strategie

Funktionsweise der Strategie

Grundsätzlich funktioniert die Straddle Strategie nur dann, wenn Underlyings starke Trends aufweisen. In welche Richtung der Trend verläuft, ist dabei nicht wichtig, weswegen sich vor allem Währungspaare (Forex) sehr gut für diese Strategie eignen. Anleger kaufen hier einen Call, Put und einen Straddle auf den Basiswert, wenn der Kurs kurzfristig gesunken ist (Seitwärtsphase). Bei den Optionsscheinen ist folgendes zu beachten, damit der Straddle auch wirklich funktioniert:

  • Beide Optionsscheine müssen knapp aus dem Geld liegen und der Basispreis Straddle-Calls liegt minimal über und der Straddle-Put leicht dem Basiskurs. Zudem sind beide Optionen mit einem Hebel auszustatten, wenn sie im Geld liegen. Sollten sie hingegen aus dem Geld liegen, sinkt der Hebel automatisch ab. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird sich jetzt der Basiswert-Kurs aus der Range entsprechend herausbewegen, wodurch eine Option ins Geld notiert. Zudem steigt der Hebel bei einer Option an und bei der anderen sinkt er, weshalb die im Geld liegende Option mehr gewinnt, als die andere Option an Wert verliert.
  • Eine weitere wichtige Bedingung für das Funktionieren der Straddle Strategie ist, dass der Kurs des Basiswertes sehr schnelle eine starke Bewegung zeigt und in die richtige Richtung verläuft. Andernfalls würden beide Optionsscheine durch den Zeitwertverfall verlieren und der Straddle hat keine Chance mehr zu gewinnen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, immer Optionsscheine mit einer langen Laufzeit auszuwählen, da der Zeitwertverfall am Ende stark steigt.

Es liegt in der Natur, dass ein Straddle schwer zu konstruieren ist. Dabei funktioniert die Auswahl der Optionsscheine in der Regel bei einer bewegten Börse über Nacht. Sollten Anbieter der Straddle Strategie einen 100-prozentigen Gewinn versprechen und die Arbeit für den Anleger erledigen, so ist dies höchst fragwürdig. Wie alle anderen Konstrukte auch, müssen sich Anleger immer darüber im Klaren sein, dass auch ein Straddle verlieren kann.

Wann ist die Anwendung der Strategie sinnvoll?

Die Anwendung der Straddle Strategie ist nur dann sinnvoll, wenn bei einem Underlying davon ausgegangen wird, dass sich ein anhaltender Trend abzeichnet. Ideal ist es, wenn der Trend unmittelbar bevorsteht, denn dann sind die Chancen hoch, dass der Straddle mit Optionsscheinen gewinnt. Ebenso gut sind auch Währungspaare (Forex) mit ihren starken Kursschwankungen geeignet. Sollten jedoch die zuvor genannten Bedingungen nicht erfüllt sein oder bestehen Zweifel daran, so sollte die Strategie nicht angewendet werden.

Da klassische Optionsscheine im Preisverlauf sehr schwierig sind zu berechnen, ist es dementsprechend auch schwer, die richtigen Optionsscheine ausfindig zu machen. Ebenso schwierig ist es natürlich, den Marktverlauf vorherzusagen. Einige Anleger konstruieren Straddles auf CFDs oder Knock-Outs, wobei hier Optionsscheine nur prozyklisch hinzugebucht werden, wenn sich ein Trend abzeichnet. Diese Strategie stellt eine Alternative zur klassischen Straddle Strategie dar.

Vor- und Nachteile der Strategie

Die Schwierigkeiten, die mit der Straddle-Strategie verbunden sind, dürften bereits erwähnt worden sein. Der Vorteil der Strategie ist, dass hiermit Gewinne von bis zu 1000 Prozent möglich sind, wenn der eine Optionsschein mithilfe des ausgeprägten Trends ins Geld läuft. Da der andere Optionsschein verfällt, wären hier bis zu 900 Prozent Gewinn erzielbar. Darüber hinaus werden keine Stop-Loss benötigt, denn schließlich hedgen sich die Optionsscheine gegenseitig.

Diesen Vorteilen steht der große Nachteil gegenüber, dass Marktbewegungen grundsätzlich unberechenbar sind. So könnte es beispielsweise zu einem False Breakout kommen, wonach der Kurs wieder in die vorherige Range zurückfällt. Mit der Zeit verlieren die Optionsscheine an Wert, weshalb auch der Straddle verlieren kann.

Eine Alternative ist, dass das Underlying gekauft wird. Hierdurch würde dann ein Collar („Kragen“) entstehen. Beispielsweise bietet sich dies bei einigen Aktien an, wenn abzusehen ist, dass der Kurs steigen wird. Eine andere Alternative wäre das sogenannte Revelator-System mit CFDs. Diese werden dann pro- und antizyklisch aufgestockt, womit der Anleger einen Vorteil gegenüber dem Straddle erhält. Da hier aktiv gehandelt wird, kann den Marktbewegungen besser gefolgt werden. Beispielsweise könnten aktive Positionsstrader so handeln.

Eine weitere Ergänzung stellt die Covered written Straddle Strategie dar. Hier wird mit einer Aktie long gegangen sowie ein Call und Put short. Dies bedeutet, dass der Call durch die Longposition, in die, dem Underlying der Option entsprechenden Aktie gesichert ist.

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